Nahe an der Überraschung

SG Handball Seetal – TV Muri 27:28 (13:14)

von André Widmer

Die SG Handball Seetal lieferte eine tolle Leistung gegen den drittplatzierten TV Muri ab, führte gar phasenweise. Dieses Mal boten die Seetaler dem Gegner über die ganzen 60 Minuten Paroli. In der unmittelbaren Schlussphase verpassten die Seetaler den Ausgleich und damit einen Punkt nur knapp.

Was möglich ist – auch gegen vermeintlich übermächtige Gegner – zeigte das von Tom Helfenstein trainierte Team der SG Handball Seetal im Heimspiel gegen den zumindest geografischen Nachbarn TV Muri, gegen den man in der Vorrunde auswärts ziemlich deutlich verloren hatte und der in der Rangliste weit vorne steht.

Die Seetaler waren offensichtlich sehr gut eingestellt. Auch kamen sie mit der hoch stehenden Defensive der Freiämter überraschend gut zurecht, obwohl diese Art der Verteidigung für die im Angriff befindliche Mannschaft kräfteraubend und ein Stück weit unberechenbar erscheint. Die SG Handball Seetal konnte von Beginn an auf einen glänzend haltenden Torhüter Jovin Hofmann zählen (über das ganze Spiel war seine Abwehrquote bei 38 Prozent). In der ersten Hälfte wogte die Führung hin und her, das Heimteam konnte zwischen der 19. und der 30. Minute drei Mal den Vorsprung auf zwei Tore ausbauen, zu mehr reichte es aber dann doch nicht. Nach dem 13:11 in der 27. Minute durch Matthias Kulli, der als Kreisläufer vier Tore beitrug, holten die Murianer dann aber auf und konnten mit dem 13:14 in die Pause. Eine knappe Führung für den eigentlichen Favoriten.

Späte Hoffnung

Auch in der zweiten Hälfte stand der TV Muri mit seiner Abwehr wieder relativ hoch und erhöhte auf 13:15. Die Freiämter gingen zuweilen nicht unzimperlich in die Zweikämpfe. Dieser Lauf der Gäste kurz vor und kurz nach der Pause war vielleicht ein erster Kipppunkt, auch wenn Cornel Grüter und Matteo Brunner noch zwischenzeitlich zum 15:15 ausgleichen konnten (32./33.). Danach hielt Muri den Vorsprung aufrecht und als es in der 52. Minute dann gar 21:25 hiess, schienen die Stärkeverhältnisse zementiert, schliesslich hatte man doch den Drittplatzierten der 1. Liga-Gruppe «vor der Brust».

Aber Handball ist eben Handball. Ein Viertore-Vorsprung ist nicht viel, insbesondere, wenn noch einige Minuten zu spielen sind. Und im Gegensatz zu früheren Partien in der 1. Liga brach die SG Handball Seetal nun nicht ein, sondern kämpfte sich zurück. Noch in der 56. Minute stand es zwar 25:28, aber Flavio Grüter verkürzte mit zwei Toren zum 27:28, während die Murianer patzten. In der letzten Minute parierte Seetal-Goalie Jovin Hofmann zwei Mal. Doch weil zwei weitere Versuche des Heimteams nicht zum Ausgleich führten, blieb es schliesslich bei der knappen Niederlage.

Liagerhalt rückt weiter weg

Mit diesem Ergebnis schwinden die Chancen der Seetaler auf den Ligaerhalt weiter. Der letzte Platz, den die SG derzeit belegt, aber auch der zweitletzte Rang führen Stand jetzt zum direkten Abstieg. Rang 11, der zur Teilnahme an der Barrage berechtigen würde, ist acht Spiele vor Qualifikationsende schon zehn Punkte entfernt.

 

Avantihalle Hochdorf: 150 Zuschauer – SR: Aleksic/Joss. – Seetal: Hofmann/Molina; C. Grüter (6), D. Bachmann (1), Haefliger (1), F. Grüter (9), Felder, Süess (1), Stutz (3), Brunner (2), Billing, Wigger, Kulli (4), Blunschi. – Muri: Rütimann/Schleiss/Baeriswyl; Galizia (2), Wey (5), Mrose (1), Furter (1), Dominik Lang,  Kreyenbühl, Rütimann, Daniel Lang (1), Köhle (1), T. Angehrn (1), Hafner (5), Külling (2), N. Anghern (9).